Geschichte der Ökumenischen Initiative „Soziale Not in Offenbach“

 

 

1993

31.03. Auf Einladung der Französisch-Reformierten Gemeinde treffen sich VertreterInnen der kath. und ev. Innenstadtgemeinden, der Synodalvorstände des kath. und ev. Dekanates und des Sozialdienstes.

Sie beschließen: im kommenden Winter soll es ein warmes Mittagessen für Bedürftige geben.

Im August beträgt der Kontostand der Ökumenischen Initiative beträgt 4.200 DM.

 

Die Gemeinde St. Paul, die Französisch-Reformierte Gemeinde und die Luthergemeinde werden im

Winter für jeweils 4 Wochen zu „Essen und Wärme für Obdachlose“ in ihre Gemeinderäume einladen.

 

Im Oktober: Ökumenische Mahnwache zu „Armut in Offenbach“.

 

Im November sind mehr als 30 Frauen und Männer bereit, ehrenamtlich für „Essen und Wärme“ tätig zu sein.

 

Am 20.12. wird zum 1. Mal zu „Essen und Wärme“ eingeladen. Sieben MitarbeiterInnen betreuen einen Gast.

 

 

1994

In die Gemeinde St. Paul kommen ab Mitte Januar 30 – 35 Tischgäste, in der Luthergemeinde sind es 60.

 

Die Beratungsstelle des „Sozialdienstes“ zieht von der Karlstrasse in die Gerberstrasse und richtet dort auch eine „Teestube“ ein.

 

13.10. Der Ökumenischen Initiativen wird in der Stadtverordnetensitzung der Ferdinand-Kallab-Preis verliehen.

 

Zur 2. Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ laden die Gemeinden St. Paul, St. Peter, die Schlosskirchen-,

die Stadtkirchen-, die Johannes- und die Französisch-Reformierte Gemeinde ein.

 

 

1995

Eine Arbeitsgruppe der Ökumenischen Initiative formuliert eine Stellungnahme zu der kath.-ev. Denkschrift

„Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“.

 

Auch die Italienisch-Katholische Gemeinde lädt zu „Essen und Wärme“ ein. Während der 3. Aktion kommen durchschnittlich 40 Tischgäste pro Tag.

 

 

1997

In den kalten Nächten der ersten beiden Monate erfrieren zwei unserer Tischgäste, die „Platte“ gemacht haben.

Die Initiative kümmert sich um ihre Bestattung. MitarbeiterInnen übernehmen die Pflege ihrer Gräber.

Andere Mitarbeiter betreuen an den Wochenenden die Bewohner des Hüttendorfes im Kaiserlei-Gebiet.

 

Der Kreis der gastgebenden Gemeinden wird größer:

- 1997 kommt die Alt-katholische Christuskirchengemeinde,

- 1999 die Gemeinde St. Josef und im Jahr 2000 die Frei-religiöse Gemeinde dazu.

 

 

2000

Während der 8. Aktion kommen an einigen Tagen über 90 Tischgäste. Unter ihnen sind auch Mütter mit Kindern.

 

 

2001

Die Zahl der gelieferten Essen betrug während der 9. Aktion 9.810.

 

Ab 1.1.2002 wird der Kostenbeitrag der Tischgäste auf € 1 (für 10 Essensmarken 7,50 €) festgesetzt.

 

 

2002

Die Gesamtausgaben belaufen sich im Winter 2001/2002 auf € 32.514,43.

Die Spenden werden fast zu 100 % unmittelbar für unsere Tischgäste verwendet.

 

 

2004

Mit dem 1. 1. treten Veränderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft (u.a. entfällt das Sterbegeld). Die Kommunen entwickeln makabre Praktiken, um die Kosten für die Bestattung von Armen zu begrenzen. Wir führen Gespräche mit dem Ordnungs- und dem Sozialamt der Stadt, um zu menschenwürdigen Lösungen zu kommen.

 

Vermehrt kommen auch Tischgäste mit Migrationshintergrund: aus Russland, Rumänien, Italien,

Türkei, Bosnien, Griechenland, Ungarn, Armenien, Polen.

 

 

2007

Einmal pro Woche kommt eine Mitarbeiterin der Caritas zu unserer Aktion, um mit Tischgästen zu sprechen und ihnen so den Weg zu Beratungsgesprächen zu ebnen.

 

 

2009

„Offenbacher Vereinbarung“. Für Arme, Obdachlose und Menschen ohne Angehörige wird darin eine würdige individuelle Bestattung zugesagt. Sie wird aus Spendenmitteln finanziert. (s. „Der Friedhofswegweiser“ S. 51)

 

Zum 1. Mal laden auch die Stadtmission und die Gemeinde St. Elisabeth zu „Essen und Wärme für Bedürftige“ ein – 2010 kommt die Lukasgemeinde dazu.

 

 

2010

Wir unternehmen zum ersten Mal zwei Tagesausflüge mit interessierten Tischgästen. Für sie ist das wie „ein Tag Urlaub“.

 

Am Heiligen Abend und an Sylvester nimmt die Stadtmission eine langjährige Tradition auf und lädt stellvertretend für alle Kirchengemeinden dazu ein, den Abend gemeinsam zu verbringen.

 

 

2012

Anlässlich des 20 jährigen Bestehens lädt die Ökumenische Initiative ein zu einem Danke-Schön-Abend (in St. Peter) und zu einem Vortrags- und Ausspracheabend mit Franz Segbers (Thema: „Armut ist kein Schicksal,

sondern von Menschen gemacht. Die Aufgabe der christlichen Gemeinde“) (im Bücherturm).

 

 

2013

Im Zuge der 20. Aktion lädt die Markusgemeinde zum 1. Mal zu „Essen und Wärme für Bedürftige“ in ihre Gemeinderäume ein. Die Zahl der älteren Frauen und alleinstehenden Frauen nimmt zu.

 

Zum 1. Mal übernimmt „Essen und Wärme“ das Catering beim Mainuferlauf des Offenbacher Leichtathletikclubs.

 

 

2014

Kooperation mit Jugendlichenprogramm SofortAktiv.

 

Wir haben eine eigene Hompage und eine Seite bei Facebook und Betterplace.

 

 

2015

Bei Ideenmesse der EKHN in Gießen gibt es viel Interesse für unseren Stand.

 

 

2016

Ahmadiyya Gemeinde fragt an, ob sie sich bei E+W beteiligen kann und wird vom Plenum in den Kreis der einladenden Gemeinden aufgenommen.

 

Beim Caritastag in Mainz erhält die Ökumenische Initiative den Ketteler-Preis der W.E.v.Ketteler-Stiftung.

 

November bis März: Kooperation mit der Offenbacher Flüchtlingshilfe zur Versorgung von Flüchtlingen im BAMF.

 

 

2017

Die Ökumenische Initiative erhält einen Preis für besonderes soziales Engagement der Ahmadiyya-Gemeinde;

sie gewinnt bei startsocial e.V. ein 4-monatiges Beratungs-Stipendium.