Die Geschichte der Ökumenische Initiative im Überblick:

 

 

 

1993               31.03. Auf Einladung der Französisch-Reformierten Gemeinde treffen sich VertreterInnen der katholischen und evangelischen Innenstadtgemeinden, der Synodalvorstände des katholischen und evangelischen Dekanates und des Sozialdienstes. Sie beschließen: im kommenden Winter soll es ein warmes Mittagessen für Bedürftige geben.

   August           Der Kontostand der Ökumenischen Initiative „Soziale Not in Offenbach“ beträgt 4.200 DM. Die Gemeinde St. Paul und die Französisch-Reformierte Gemeinde werden im Winter 1993/94 für jeweils vier Wochen „Essen und Wärme für Obdachlose“ anbieten.

   Oktober         Ökumenische Mahnwache zu „Armut in Offenbach“.

   November      Mehr als dreißig Frauen und Männer wollen ehrenamtlich für „Essen und Wärme“ tätig sein. Die Aktion kann bis zum 13.03.94 stattfinden. Als dritte Gemeinde lädt die Luthergemeinde ein.

   Dezember      Am 20.12. wird zum ersten Mal zu „Essen und Wärme“ eingeladen. Sieben MitarbeiterInnen betreuen einen Gast.

 

1994                In der Gemeinde St. Paul kommen ab Mitte Januar 30 – 35 Tischgäste. Mitte März In der Luthergemeinde sind es 60 Gäste.

                        Die Beratungsstelle des „Sozialdienstes“ zieht von der Karlstrasse in die Gerberstrasse und richtet dort auch eine „Teestube“ ein.

                        Mit der Beratungsstelle und mit „Bella Vista“ wird eine Kooperation vereinbart.

                        13.10. Der Ökumenische Initiative wird in der Stadtverordnetensitzung der Ferdinand-Kallab-Preis verliehen.

                        Zu der zweiten Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ (07.11.1994 – 12.03.1995) wurde jeweils für drei Wochen eingeladen: die Gemeinden St. Paul und St. Peter, die Schlosskirchen-, die Stadtkirchen- und die Johannesgemeinde und die Französisch-Reformierte Gemeinde.

 

1995                Eine Arbeitsgruppe der Ökumenischen Initiative formuliert eine Stellungnahme zu „Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ (eine gemeinsame Veröffentlichung der beiden großen Kirchen.)

                       Auch die Italienisch-Katholische Gemeinde wird zu „Essen und Wärme“ einladen.

                       Während der 3. Aktion kommen durchschnittlich 40 Tischgäste pro Tag.

 

1997               In den kalten Nächten der ersten beiden Monate erfrieren zwei unserer Tischgäste, die „Platte“ machen. Die Initiative kümmert sich um ihre Bestattung. MitarbeiterInnen übernehmen die Pflege ihrer Gräber.

                        Mitarbeiter betreuen an den Wochenenden die Bewohner des Hüttendorfes im Kaiserlei-Gebiet.

                       Der Kreis der gastgebenden Gemeinden wird größer. 1997 kommt die Alt-katholische Christuskirchengemeinde, 1999 die Gemeinde St. Josef und im Jahr 2000 die Frei-religiöse Gemeinde dazu.

 

2000               Während der 8. Aktion kommen an einigen Tagen über 90 Tischgäste. Unter ihnen sind auch junge Mütter mit Kindern.

 

2001               Die Zahl der gelieferten Essen betrug während der 9. Aktion 9.810. – Im Winter 1993/94 waren es 3.360 Essen; im Winter 1995/96 : 5.855 Essen; im Winter 1997/98 : 7.390 Essen.

                               Ab 01.01.2002 wird der Kostenbeitrag der Tischgäste von DM 1,50 auf € 0,80     (für 10 Essens-marken 7,50 €) festgesetzt.

 

2002               Die Gesamtausgaben beliefen sich im Winter 2001/2002 auf € 32.514,43 – davon sind € 705,44 für Porto und Büroartikel.   D.h. die Spenden werden zu 98 % unmittelbar für unsere Tischgäste verwendet.

 

2004               Mit dem 1. Januar treten Veränderungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft – u.a. entfällt das Sterbegeld. Um die Kosten für die Bestattung von Armen zu begrenzen, entwickeln die Kommunen makabre Praktiken. – Es werden Gespräche mit dem Ordnungsamt und dem Sozialamt der Stadt aufgenommen.

                        Es kommen auch Tischgäste mit Migrationshintergrund: aus Russland, Rumänien, Italien, Türkei, Bosnien, Griechenland, Ungarn, Armenien, Polen.

 

2005               Der Lions Club Frankfurt Cosmopolitan gestaltet am 2. Advent zum ersten Mal für unsere Tischgäste eine Weihnachtsfeier mit festlichem Essen, Kuchen, Geschenken und Musik.

 

2006                Gerd Martus (Teestube) organisiert die Pflege von Armengräbern. Unsere Initiative beteiligt sich an den Materialkosten.

 

2007                Einmal pro Woche kommt eine Mitarbeiterin der Caritas zu unserer Aktion, um mit Tischgästen zu sprechen und ihnen so den Weg zu Beratungsgesprächen zu ebnen.

2009               „Offenbacher Vereinbarung“ . Für Arme, Obdachlose und Menschen ohne Angehörige wird eine würdige individuelle Bestattung vereinbart. Sie wird aus Spendenmitteln finanziert. (s. „Der Friedhofswegweiser“ S. 51)

                       Zum ersten Mal laden auch die Stadtmission und die Gemeinde St. Elisabeth zu „Essen und Wärme für Bedürftige“ ein – im folgenden Jahr kommt die Lukasgemeinde dazu.

 

2010                Wir unternehmen zum ersten Mal zwei Tagesausflüge mit interessierten Tischgästen. Für sie ist das wie „ein Tag Urlaub“.

                        Am Heiligen Abend und an Sylvester nimmt die Stadtmission eine langjährige Tradition auf und lädt stellvertretend für alle Kirchengemeinden dazu ein, den Abend gemeinsam zu verbringen.

 

2013                Im Zuge der 20. Aktion öffnet zum ersten Mal die Markusgemeinde ihr Gemeindehaus.

 

 

 

 

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Ausführliche Darstellung der Geschichte der Ökumenischen Initiative:

 

 

 

Im Winter 1992/93 hatten wesentlich mehr Menschen als zuvor am Gemeindehaus der Französisch-Reformierten Gemeinde geklingelt, um etwas zu essen zu bekommen. Dies war der Anlass, zu einem Erfahrungsaustausch über die Situation der Nichtsesshaften in Offenbach einzuladen.

 

1993

            Am 31.03. treffen sich Vertreter der katholischen und evangelischen Innenstadtgemeinden, der Synodalvorstände des katholischen und evangelischen Dekanates und des Sozialdienstes. Es wird zwar der Einwand erhoben: wir haben keinen Raum, wir haben kein Geld, es gibt keine Menschen, die bereit sind zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit – dennoch wird beschlossen: im kommenden Winter soll es ein Mittagessen für Nichtsesshafte geben.

            Beim 2. Treffen Ende Mai werden die Grundlagen für eine Finanzierung des Essens gelegt: die Kollekte der Fronleichnamsprozession der katholischen Innenstadtgemeinden und der Erlös des Gemeindefestes von St. Paul sollen der Aktion zugute kommen. Unser Name: „Ökumenische Initiative. Soziale Not in Offenbach“. Die Kassenführung wird Felix Koch übernehmen..

            Beim 3. Treffen, Anfang August, haben wir Besuch von Vertretern der „Initiative Sachsenhäuser Kirchengemeinden“ (heute: „Lazarus Wohnsitzlosenhilfe e.V.“). Sie berichten über ihre Tätigkeiten für Wohnsitzlose, u.a. die Essensausgabe am Affentorplatz. Da Gespräche, die wir wegen eines Raumes mit dem Sozialdezernenten der Stadt geführt hatten, keinen Erfolg hatten, wird angeregt, noch einmal darüber nachzudenken, ob das Essen nicht doch in Gemeinderäumen angeboten werden könnte, da diese in der in Aussicht genommenen Zeit (11.30 – 14 Uhr) in der Regel leer stünden. Der Kontostand: DM 4.200,-.

            24.8. Die Französisch-Reformierte Gemeinde und die Gemeinde St. Paul teilen mit, dass sie im Winter 1993/94 jeweils für einen Monat „Essen und Wärme für Obdachlose“ anbieten wollen. Das Essen soll aus zwei Gründen nicht kostenlos sein: die Tischgäste sollen sich nicht als Bettler fühlen, und sie sollen wissen, die Mahlzeit, die sie erhalten, ist etwas wert.

            29.9. (5. Sitzung): Organisatorische Fragen und Öffentlichkeitsarbeit stehen auf der Tagesordnung. U.a. wird für Oktober eine Mahnwache zum Thema „Armut in Offenbach“ geplant. Zur nächsten Sitzung sollen alle eingeladen werden, die sich in den Gemeinden St. Paul. St. Peter, Schlosskirchen-, Markus- und Französisch-Reformierte Gemeinde zur Mitarbeit bereit erklärt haben.

               2.11. Statt wie bisher fünfzehn Namen stehen jetzt vierunddreißig Namen auf der Anwesenheitsliste. Einer der Neuen ist Gerd Lindemann. Er ist freier Journalist und übernimmt gemeinsam mit der Gemeindereferentin von St. Peter, Ana Looser, die Öffentlichkeitsarbeit. Logo für unsere Aktion wird der von ihr kreierte „lachende Kochtopf“. Der Dienstplan für die ersten drei Wochen wird erstellt.

 

            1.12. Kassenführer, Anweisungsberechtigte und Kassenprüferinnen werden gewählt. Die Tischgäste sollen für das Essen DM 1,50 zahlen. Die Luthergemeinde wird im Februar zu „Essen und Wärme“ einladen.

20.12.1993 Im Gemeindehaus Herrnstrasse 66 wird zum ersten Mal „Essen und Wärme für Obdachlose“ angeboten. Ein Tischgast erscheint. Sieben MitarbeiterInnen scharen sich um ihn, damit ein Foto für die Presse gemacht werden kann.

1994   

11.1. (8. Treffen): Der erste Erfahrungsaustausch. Inzwischen kommen im Durchschnitt 12 Tischgäste pro Tag – allerdings nur wenige Nichtsesshafte. Die Frage wird diskutiert, ob die Aktion nicht über den 13. März hinaus fortgeführt werden kann, da die Menschen, die kommen, unsere Hilfe brauchen.

In der Gemeinde St. Paul sind es ab 17.1. 30-35 Tischgäste; in der Luthergemeinde in der letzten Woche 60 Tischgäste.

Am 1.2. beschließt die Versammlung, die Aktion am 13.3. zu beenden. Für ein längerfristiges Angebot fehlen u.a. die Mitarbeiter. Um den Kontakt mit unseren Tischgästen zu halten, wird die Französisch-Reformierte Gemeinde bis zur nächsten Aktion im November einmal pro Woche zu einem „Offenen Kaffeetrinken“ in ihr Gemeindehaus einladen. – (Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits seit sechs Jahren in der Italienischen Katholischen Gemeinde dienstags und donnerstags um 18 Uhr ein Abendessen für bedürftige Menschen („Martinsbrot“). Der erste Schritt zu diesem Angebot war, dass Pfarrer Manfredi am Martinstag 1988 die Familien zu Spenden für die Armen aufgerufen hatte.)

Eine Verbesserung der Situation der Bedürftigen ist durch den Umzug der Beratungsstelle des Sozialdienstes in die Gerberstrasse 13 zu erhoffen. Dort wird es auch eine „Teestube“ geben. – Es werden Gespräche mit der Beratungsstelle und mit „Bella Vista“ (Kontaktladen des Suchthilfezentrums Wildhof) über eine Kooperation geführt.

 

Beim Treffen Anfang Juni wird mitgeteilt, dass unsere Initiative seit Beginn mehr als DM 24.000 an Spenden erhalten hat und mit einer Rücklage von DM 7.000 die nächste Aktion beginnen kann. Die Versammlung beschließt, den Stadtverordneten mitzuteilen, dass sie keine Zuschüsse der öffentlichen Hand für uns beantragen sollen.

Die 2. Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ wird für den 7.11. 94 – 12.3.95 geplant. Gastgebende Gemeinden sind jeweils für drei Wochen: St. Paul, St. Peter, die Französisch-Reformierte Gemeinde, die Schloss-, die Stadtkirchen- und die Johannesgemeinde.

13.10. Der Ökumenischen Initiative „Soziale Not in Offenbach“ wird im Stadtparlament der Ferdinand-Kallab-Preis verliehen. Besonders lobt Stadtverordnetenvorsteher Wirsing die Tatsache, dass schon 67 MitarbeiterInnen sich in die täglichen Dienste teilen, „ein tolles soziales Engagement“.

06.11.  Die 2. Aktion beginnt mit einer Ökumenischen Andacht in St. Peter.

Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Armut in Offenbach“ wird im Bücherturm eine von Ana Looser vorbereitete Ausstellung zur gleichen Thematik eröffnet.

28.11. Eingeladen von Gerd Lindemann kommt die hr 1–Sendung „Unterwegs in Hessen“ zu einer Life-Sendung in die Gemeinde St. Paul. Mehr als zwei Stunden wird über unsere Aktion und die Aktivitäten von „Bella Vista“ und des „Sozialhilfevereins“ berichtet.

7.12. Im Protokoll der 14. Versammlung heißt es: „Durch das Wort „Wärme“ soll unterstrichen werden, dass wir zum Gespräch und zur Tischgemeinschaft bereit sind“.

1995   

Pröpstin Neveling-Wagener überbringt die Kollekte, die beim Gottesdienst der Kirchensynode der EKHN für unsere Aktion gesammelt wurde.

            Im Frühjahr finden drei Vortragsabende in der Herrnstrasse 66 zur Vorstellung der gemeinsamen Schrift der beiden Kirchen „Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“ statt. Eine Arbeitsgruppe der Ökumenischen Initiative formuliert eine Stellungnahme zu dieser Schrift. Das Vorhaben, in Offenbach einen Runden Tisch zur sozialen Not zu initiieren, kann nicht umgesetzt werden.

Bei der 3. Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ wird die Italienisch-Katholische Gemeinde mit zu den gastgebenden Gemeinden zählen. Sie wird sich auch personell beteiligen.

Wie in den vergangenen Jahren lädt die Französisch-Reformierte Gemeinde über Weihnachten und Neujahr zu „Essen und Wärme für Bedürftige“ in ihr Gemeindehaus ein. Das in der Nachbarschaft neu eröffnete „Arabella-Hotel“ serviert für unsere Tischgäste jeweils 50 Drei-Gänge-Menüs.

1996

Die Alkohol- und Drogensucht und der von ihr ausgelöste körperliche Zerfall bei mehreren unserer Tischgäste wird für die MitarbeiterInnen zum belastenden Thema. An zwei Abenden mit Vertretern des Sozialdezernates und von Wildhof e.V. geht es um die Frage, wie wir mit den Süchtigen unter unseren Tischgästen umgehen können.

Eine Station bei unserer 4. Aktion wird die „Teestube“ des Sozialdienstes sein.

1997

In den kalten Nächten der ersten beiden Monate erfrieren zwei unserer Tischgäste, die „Platte“ machen. Die Initiative kümmert sich um ihre Bestattung. Mitarbeiterinnen übernehmen die Pflege ihrer Gräber. Gemeinsam mit der Teestube kann die Initiative in Gesprächen mit dem Ordnungsamt durchsetzen, dass Menschen ohne Angehörige in Offenbach nicht mehr automatisch anonym bestattet werden.

Durchschnittlich 40 Tischgäste pro Tag kamen während der 4. Aktion.

Bei der 5. Aktion wird zum ersten Mal auch die Alt-katholische Christuskirchengemeinde in ihr Gemeindezentrum einladen.

Die Schlosskirchengemeinde scheidet aus dem Kreis der gastgebenden Gemeinden aus. Die Gemeinde St. Marien wird für eine Woche ins Marienheim einladen.

An Stelle der Bäckerei Dütsch stellen uns die Bäckerei Beck und das Lebensmittelgeschäft Krause die Backwaren zur Verfügung.

Unsere Mitarbeiter Jochen Goebel und Horst Schick betreuen und versorgen an den Wochenenden die Bewohner des Hüttendorfes im Kaiserlei-Gebiet.

1998

Bilanz der 5. Aktion: die durchschnittliche Zahl der Tischgäste hat sich auf 50 erhöht. Neu ist: es musste an drei Tagen die Polizei um Hilfe gebeten werden, da einzelne Tischgäste (bedingt durch Drogen-, Alkohol- und Tablettenmissbrauch) aggressiv agierten.

Die Gemeinde St. Paul lädt in der Zeit, in der „Essen und Wärme für Bedürftige“ Pause macht, unsere Tischgäste donnerstags zum „Frühstück“. Ein Angebot, das wie das „Martinsbrot“ und das „Offene Kaffeetrinken“ reges Interesse findet.

23. Juni: Herr Felix Koch übergibt die Kassenführung an Frau Renate Bröder.

Am ersten Tag der 6. Aktion kommen 75 Tischgäste in den Saal von St. Paul.

1999

Die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde teilt mit, dass vier ihrer Gemeindeglieder bei der nächsten Aktion regelmäßig mithelfen werden.

Im Sommer nimmt Ana Looser Abschied von Offenbach. Gerd Lindemann legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Pressesprecher nieder. Sein Nachfolger wird Jochen Goebel.

Die Gemeinde St. Josef lädt unsere Tischgäste für zwei Wochen ein. Die Paul-Gerhardt-Gemeinde stellt ihre Altenbegegnungsstätte eine Woche lang für die 7. Aktion zur Verfügung.

2000

Die Frei-religiöse Gemeinde beschließt, „Essen und Wärme für Bedürftige“ für eine Woche bei sich aufzunehmen und die Aktion durch MitarbeiterInnen zu unterstützen.

Wir werden nun auch von der Bäckerei Kötzel beliefert.

Seit Beginn der 8. Aktion werden die MitarbeiterInnen vor neue Aufgaben gestellt: junge Mütter mit Kindern gesellen sich zu den bisherigen Tischgästen. Deren Zahl nimmt weiter zu. An einigen Tagen sind es über 90 Tischgäste.

2001

Die Versammlung entscheidet, dass der Beitrag der Tischgäste ab 1. Januar 2002 0,80 € betragen soll (für 10 Essensmarken: 7,50 €).

Am 17. Oktober ist das 50. Treffen unserer Initiative.

14.11. Das erste Treffen der AnsprechpartnerInnen der gastgebenden Gemeinden. Sie sind vor Ort für die Organisation der Aktion verantwortlich.

Die Ökumenische Andacht zu Beginn der 9. Aktion findet zum ersten Mal am ersten Tag der Aktion, einem Montagabend statt, um auch unsere Tischgäste zu dieser Andacht einladen zu können. Schriftlich eingeladen wurden auch all die Menschen, die „Essen und Wärme für Bedürftige“ durch ihre Spenden möglich machen. Wir wollen so unter Gottes Wort eine Gemeinschaft von Empfangenden und Gebenden sein. – Zum ersten Mal hält mit Pfarrer Manteuffel ein Pfarrer der Frei-religiösen Gemeinde die Predigt in der Französisch-Reformierten Kirche.

2002

Während der 9. Aktion wurden für „Essen und Wärme für Bedürftige“ 9.810 Essen von der Küche der Arbeiterwohlfahrt geliefert. (Mit den ca. 200 Essen, die uns das Arabella Sheraton-Hotel am Büsingpalais wieder unentgeltlich an den Weihnachtstagen lieferte, haben wir also mehr als 10.000 Essen ausgeteilt.)

(Aus den Rechnungen der Arbeiterwohlfahrt ist zu ersehen: 1993/94 waren es 3.360 Essen; 1995/96 5.855; 1997/98 7.390; 2000/01 9.485 Essen).

Die Gesamtausgaben beliefen sich 2001/2002 auf 32.514,43 €. Davon sind €705,44 Ausgaben für Porti etc. – d.h. 98% unserer Ausgaben kommen unseren Tischgästen zugute. Wir sind immer noch eine Initiative, die in jeder Hinsicht ehrenamtlich arbeitet. Die MitarbeiterInnen bringen selbst viel mit ein: nicht nur ihre Zeit und Kraft. Sie zahlen selbst die Fahrtkosten zum Dienst und zu den Treffen, nutzen die eigene Wohnung zur Kassenführung und zur Organisation und das eigene Auto für die Fahrt zu den Bäckereien und für die Einkäufe der Lebensmittel .. .

Ein Abend zum Thema „Suchtkrankheiten“ mit einem Psychotherapeuten der Städtischen Kliniken.

Die Versammlung beschließt, den Beitrag der Tischgäste auf 1 Euro zu erhöhen. Der Preis für 10 Essenkärtchen soll weiterhin 7,50 € betragen.

            An Stelle der Bäckerei Kötzel wird uns die Bäckerei Ködel Backwaren zur Verfügung stellen.

            2004

            Ab dem 1. Januar treten eine ganze Reihe von Veränderungen bei der Gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft – u.a. entfällt das Sterbegeld. Die Kommunen entfalten nun beim Tod von Armen, bei denen sich keine Angehörigen ermitteln lassen, geradezu makabre Bestattungspraktiken, um Kosten zu sparen. Gemeinsam mit der Teestube versucht die Initiative in Gesprächen mit dem Ordnungsamt und dem Sozialdezernat dies zu verhindern.

            Unsere Tischgäste spiegeln inzwischen die multinationale Offenbacher Einwohnerschaft wider. Auch Frauen und Männer aus Russland, Rumänien, Italien, Türkei, Bosnien, Griechenland, Ungarn, Armenien und Polen kommen zu uns.

            Franz-Josef Koch wird – unterstützt von Wolfgang Kallenbach und Klaus Schäfer - Pressesprecher unserer Initiative.

            2005

            Ein Frankfurter Lions-Club beschließt, am 2. Advent seine Weihnachtsfeier gemeinsam mit unseren Tischgästen zu verbringen. Die Lions lassen ein Weihnachtsessen mit Gänsebraten, Klößen und Rotkraut servieren, bringen selbstgebackene Kuchen, Getränke und Geschenke und einen Musiker mit ... Ein Projekt, das – wie seine bisherige Fortsetzung zeigt – beiden Seiten etwas bringt.

2006

Gerd Martus (Teestube) beginnt die Pflege von Armengräbern zu organisieren. Die Initiative erklärt sich bereit, anfallende Materialkosten mitzufinanzieren.

2007

Der Wohltätigkeitsverein der Loge Carl und Charlotte zur Treue fordert die Studenten der Hochschule für Gestaltung zu einem Plakatwettbewerb auf. Sie sollen ein Plakat entwerfen, das zu einem Benefizkonzert für „Essen und Wärme für Bedürftige“ im Büsingpark einlädt. In einer feierlichen Preisverleihung werden drei Plakate prämiert. Mit dem Werk des ersten Preisträgers ergeht die Einladung zum Benefizkonzert am 2.9. mit der Tailgate Jazzband.

Im Ordnungsamt wird die Vereinbarung getroffen, dass für Arme ohne Angehörige eine individuelle Trauerfeier stattfinden kann und dass die Namen auf einer Stele neben dem anonymen Feld festgehalten werden.

Wie in den vergangenen Jahren geben in der Weihnachtszeit Passanten Kuchen, und Obst, Schulkinder selbstgebackene Plätzchen in der Herrnstrasse ab – in diesem Jahr auch die Kinder der alewitischen Moschee in Offenbach. Kinder der Kindergruppe des „Freundschaftsvereins Türkei in Offenbach“ verzichten auf den Kauf von Feuerwerkskörpern zu Sylvester und bringen eine Spende von € 120,-.

Unser Buchhalterin, Renate Bröder, nennt einige statistische Zahlen für die vergangene Aktion: Die Zahl der Essen hat sich im Vergleich mit 2007 um 700 auf 10.870 erhöht. Die Kosten beliefen sich auf rund 44.000 Euro (10.000 Euro mehr als 2007). Erfreulich ist, dass auch die Zahl und Höhe der Spenden zugenommen hat.

Während der kommenden Aktion wird wöchentlich eine Mitarbeiterin der Caritas zu unserer Aktion kommen, um mit Tischgästen zu sprechen und so den Weg zu Beratungsangeboten der Caritas zu ebnen.

MitarbeiterInnen der Deutschen Bank starten eine Wunschzettel-Aktion für die Kinder unserer Tischgäste. An Weihnachten dürfen wir die Geschenke austeilen.

2009

Ein „Einkehrtag“ für unsere MitarbeiterInnen hat die „besinnliche Auseinandersetzung mit Abbé Pierre“ und seiner Organisation Emmaus zum Thema. Eines der Ergebnisse ist: wir wollen uns mehr um die seelsorgerliche Begleitung unserer Tischgäste bemühen. Die räumlichen Gegebenheiten in den gastgebenden Gemeinden sind allerdings sehr unterschiedlich. Die Italienische Katholische Gemeinde wird in der Zeit, in der „Essen und Wärme für Bedürftige“ in ihrem Gemeindezentrum stattfindet, die Kapelle öffnen. Die Stadtmission wird dies ebenfalls tun und darüber hinaus für jeden Tischgast eine Bibel als Geschenk bereithalten.

2010

Die Versammlung beschließt: unsere Initiative lässt sich nicht in einen Verein umwandeln. Das haben die bisherigen intensiven Beratungen gezeigt. Das Miteinander der Gemeinden beruht auf dem wechselseitigen Vertrauen. Wollten wir dies in eine juristisch belastbare Form bringen, ginge der Geist unseres Tuns verloren.  

Im Sommer laden wir unsere Tischgäste zum ersten Mal zu Tagesausflügen ein (Näheres s. unter dem angegeben Stichwort): in den Sommerferien organisieren wir für Familien mit Kindern in Zusammenarbeit mit der Sozialdezernentin der Stadt eine Schifffahrt nach Hanau, die von der Primuslinie gesponsert wird; nach den Sommerferien mit den „Singles“ und Älteren einen Busausflug nach Mainz und Ingelheim am Rhein.  

Da die Stadtkirchengemeinde den großen Raum des Katharina-von-Bora-Hauses für mehrere Jahre vermietet hat, kann sie nicht mehr zu unserer Aktion einladen. Sie wird sich aber weiterhin personell einbringen. Die Lukasgemeinde erklärt sich bereit, unsere Tischgäste in der Adventszeit für zwei Wochen einzuladen.

In der Französisch-Reformierten Gemeinde kommen an einigen Tagen mehr als 100 Tischgäste.

Die Stadtmission greift die Tradition auf, dass eine Kirchengemeinde am Heiligen   Abend Alleinstehende einlädt. Viele Jahre hatten Gemeinden des katholischen und des evangelischen Dekanates und die Frei-religiöse Gemeinde dies abwechselnd getan – zuletzt allerdings nur noch die Gemeinde St. Paul. An diesem Heiligen Abend lädt die Stadtmission ein. Viele Tischgäste kommen schon zur Christvesper. Auch am Sylvesterabend öffnet die Stadtmission die Türen ihres Gemeindezentrums zum gemeinsamen Essen und zu Gesellschafts-Spielen.

2011

Die langjährige Zusammenarbeit mit der Küche der Offenbacher Arbeiterwohlfahrt geht zu Ende. An ihre Stelle tritt die Küche des Ketteler-Krankenhauses.

2012

In der 20. Aktion lädt die Markusgemeinde zum ersten Mal unsere Tischgäste in ihren Gemeindesaal ein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spendenkonto

"Essen und Wärme für Bedürftige":

 

Städtische Sparkasse OF 


IBAN:  DE 64 5055 0020

            0000 1488 65
BIC:    HELADEF10FF