Wir sind: 

eine „Ökumenische Initiative“.

 

„Ökumenisch“, d.h.:

- Gemeinden verschiedenster Prägung (inzwischen sind es vierzehn) laden für ein oder zwei Wochen zu

unserer Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ in ihre Gemeinderäume ein

- Frauen und Männer, die sowohl verschiedenen Gemeinden und Konfessionen in Offenbach angehören als auch nicht kirchlich gebunden sind, machen durch ihre ehrenamtliche Mitarbeit unsere Aktionen möglich

 

 

„Initiative“ d.h.:

wir sind kein Verein. Wir haben keine Satzung. Der Versuch, unser Planen und Tun in die in Deutschland übliche Struktur zu bringen, scheiterte daran, dass die dazu notwendigen juristisch exakten Regeln die Arbeitsweise, den Geist zerstören würden, der unsere Organisation bestimmt. Seit 25 Jahren leben und arbeiten wir vertrauensvoll miteinander. In unseren Treffen (inzwischen bereiten wir das 118. vor) besprechen und entscheiden wir, was zu besprechen und zu entscheiden ist.

 

Die Ökumenische Initiative ist nichts für sich selbst. Wir haben keine eigenen Räume, keine Angestellten, keine Statuten – allerdings einen sehr kontrollierten Umgang mit dem uns anvertrauten Geld. Was bei uns gilt, wird in unseren Treffen besprochen und beschlossen. Wir treffen uns 4 - 5mal pro Jahr – im März ist das 118. Treffen seit Beginn. Etwa 50% der Mitarbeitenden sind bei diesen Treffen anwesend.

 

Wir haben im Wesentlichen drei Ziele: 

1. Eine Gemeinschaft von Gemeinden verschiedener Konfession und Religion dabei zu unterstützen, diakonisch tätig zu sein und in der Zeit von Anfang November bis Mitte März für 1 oder 2 Wochen etwas für die Bedürftigen in unserer Stadt zu tun.

 

Wir werben deshalb 2. um Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich tätig zu sein, und organisieren deren Einsatz in den gastgebenden Gemeinden.

 

3. Wir sammeln Spenden und finanzieren so die Aktion "Essen und Wärme für Bedürftige", zu der die beteiligten Gemeinden einladen.

 

Nicht die Ökumenische Initiative, sondern die gastgebenden Gemeinden sind Veranstalter der Aktion Essen und Wärme für Bedürftige. Jeweils für ein oder zwei Wochen ist Essen und Wärme für Bedürftige in vollem Sinn eine Gemeindeveranstaltung. Unser Ziel ist, dazu beizutragen, dass Menschen in die Gemeinden kommen und dort ganz praktisch Nächstenliebe erfahren.   Nächstenliebe, d.h. für uns: durch Speis und Trank etwas für den Leib unserer Tischgäste zu tun, und durch "Wärme", durch ein freundliches Zugewand-Sein, durch Bereitschaft zum Zuhören und zu Gespräch etwas für ihre Seele. Unsere Tischgäste erhalten ein warmes Mittagessen mit Nachtisch, Kaffee, Tee und Backwaren, die uns Bäckereien zur Verfügung stellen. Wenn die Tischgäste weggehen, erhalten sie belegte Brote und ein Stück Obst. Dafür zahlen die Tischgäste 1 Euro bzw. für 10 Essensmarken 7,50 Euro. Sie sollen wissen: unser Essen ist etwas wert. Und: sie sollen sich nicht als Almosenempfänger fühlen, sondern als willkommene Gäste – eben wie in einer Gemeindeveranstaltung. (Das Essen kocht übrigens die Küche des Kettelerkrankenhauses für uns).

 

Wenn es etwas seit 24 Jahren gibt, dann stellt sich leicht das Gefühl ein, es handele sich um nichts Besonderes. Das geht uns oft auch so. Aber es braucht nicht viel, dass sich das ändert und uns große Dankbarkeit erfüllt:

Für viele von uns ist die Ökumenische Initiative in mehrfacher Hinsicht wie ein Wunder:

Hier arbeiten Gemeinden zusammen, obwohl wir uns in unseren Kirchen, Religionsgemeinschaften und zwischen ihnen oft genug in einer Konkurrenzsituation befinden.

Obwohl es immer wieder heißt, es sei schwer, Menschen zu finden, die ehrenamtlich tätig sind – wir haben das in all den Jahren nie gespürt.

Zum Staunen ist für uns auch, dass wir niemals finanzielle Sorgen hatten – und dass es bisher noch kein Jahr gab, in dem es während der 4 ½ Monate eine zeitliche Lücke gab. Stets war es, die Gemeinden für den Verlauf der gemeinsamen Aktion in eine Reihenfolge zu bringen.

Und ein Wunder ist es für uns schließlich, dass die Ökumenische Initiative jetzt schon 25 Jahre alt ist.

Gewiss, Jesus sagt: Arme habt ihr allezeit bei euch. Insgeheim aber hatten wir stets gehofft, dass in unsrem reichen Land alle einmal genug zu essen haben, und dass jede, jeder in unserer Gesellschaft, in unseren Gemeinden auch ohne unsere Initiative Wärme findet.

 

 

Am 30. Oktober 2017 war der erste Tag der 25. Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“.

 

 

 

 

Zu "Essen und Wärme für Bedürftige" laden gemeinsam ein:

 

5 römisch-katholische Gemeinden (St. Paul, St. Peter, St. Josef, der Pfarreienverbund Bieberer Berg, die Italienische Katholische Gemeinde)

5 evangelische Gemeinden (Johannes-, Markus-, Miriam-, Stadtkirchengemeinde, die Französisch-reformierte Gemeinde)

die Stadtmission

die alt-katholische Christuskirchengemeinde

die frei-religiöse Gemeinde

die Ahmadiyya Muslim Jamaat

 

Geschichte der Ökumenischen Initiative „Soziale Not in Offenbach“

 

 

 

1993               

 

31.03. Auf Einladung der Französisch-Reformierten Gemeinde treffen sich VertreterInnen der kath.

und ev. Innenstadtgemeinden, der Synodalvorstände des kath. und ev. Dekanates und des

Sozialdienstes.

 

Sie beschließen: im kommenden Winter soll es ein warmes Mittagessen für Bedürftige geben.  Im

 

August beträgt der Kontostand der Ökumenischen Initiative  beträgt 4.200 DM.

 

Die Gemeinde St. Paul, die Französisch-Reformierte Gemeinde und die Luthergemeinde werden im

 

Winter für  jeweils 4 Wochen zu „Essen und Wärme für Obdachlose“ in ihre Gemeinderäume

einladen.

 

Im Oktober: Ökumenische Mahnwache zu „Armut in Offenbach“.

 

Im November sind mehr als 30 Frauen und Männer bereit, ehrenamtlich für „Essen und Wärme“

tätig zu sein.

 

Am 20.12. wird zum 1. Mal zu „Essen und Wärme“ eingeladen. Sieben MitarbeiterInnen betreuen

einen Gast.

 

1994                

 

In die Gemeinde St. Paul kommen ab Mitte Januar 30 – 35 Tischgäste,  in der Luthergemeinde sind

es 60.

 

Die Beratungsstelle des „Sozialdienstes“ zieht von der Karlstrasse in die Gerberstrasse und richtet

dort auch eine „Teestube“ ein.

 

13.10. Der Ökumenischen Initiativen wird in der Stadtverordnetensitzung der Ferdinand-Kallab-

Preis verliehen.

 

Zur 2. Aktion „Essen und Wärme für Bedürftige“ laden die Gemeinden St. Paul, St. Peter, die

 

Schlosskirchen-, die Stadtkirchen-, die Johannes- und die Französisch-Reformierte Gemeinde ein.

 

1995                

 

Eine Arbeitsgruppe der Ökumenischen Initiative formuliert eine Stellungnahme zu der kath.-ev.

 

Denkschrift  „Zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland“.

 

Auch die Italienisch-Katholische Gemeinde lädt zu „Essen und Wärme“ ein. Während der 3. Aktion kommen durchschnittlich 40 Tischgäste pro Tag.

 

1997               

 

In den kalten Nächten der ersten beiden Monate erfrieren zwei unserer Tischgäste, die „Platte“

gemacht haben. Die Initiative kümmert sich um ihre Bestattung. MitarbeiterInnen übernehmen die

Pflege ihrer Gräber. Andere Mitarbeiter betreuen an den Wochenenden die Bewohner des

Hüttendorfes im Kaiserlei-Gebiet.

 

Der Kreis der gastgebenden Gemeinden wird größer:

 

1997 kommt die Alt-katholische Christuskirchengemeinde, 1999 die Gemeinde St. Josef und im

Jahr 2000 die Frei-religiöse Gemeinde dazu.

 

2000 

 

Während der 8. Aktion kommen an einigen Tagen über 90  Tischgäste. Unter ihnen sind auch

Mütter mit Kindern.

 

2001               

 

Die Zahl der gelieferten Essen betrug während der 9. Aktion 9.810.

 

Ab 1.1.2002 wird der Kostenbeitrag der Tischgäste auf € 1 (für 10 Essensmarken 7,50 €)

festgesetzt.

 

2002               

 

Die Gesamtausgaben belaufen sich im Winter 2001/2002 auf € 32.514,43. Die Spenden werden

fast zu 100 %  unmittelbar für unsere Tischgäste verwendet.

 

2004               

 

Mit dem 1. 1. treten Veränderungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung in Kraft (u.a.

entfällt das Sterbegeld). Die Kommunen entwickeln makabre Praktiken, um die Kosten für die

Bestattung von Armen zu begrenzen. Wir führen Gespräche mit dem Ordnungs- und dem

Sozialamt der Stadt, um zu menschenwürdigen Lösungen zu kommen.

 

Vermehrt kommen auch Tischgäste mit Migrationshintergrund: aus Russland, Rumänien, Italien,

Türkei, Bosnien, Griechenland, Ungarn, Armenien, Polen.

 

2007                

 

Einmal pro Woche kommt eine Mitarbeiterin der Caritas zu unserer Aktion, um mit Tischgästen zu

 

sprechen und ihnen so den Weg zu Beratungsgesprächen zu ebnen.

 

2009         

 

„Offenbacher Vereinbarung“ . Für Arme, Obdachlose und Menschen ohne Angehörige wird darin eine würdige individuelle Bestattung zugesagt. Sie wird aus Spendenmitteln finanziert. (s. „Der Friedhofswegweiser“ S. 51)

 

Zum 1. Mal laden auch die Stadtmission und die Gemeinde St. Elisabeth zu „Essen und Wärme für

 

Bedürftige“ ein – 2010 kommt die Lukasgemeinde dazu.

 

2010 

 

Wir unternehmen zum ersten Mal zwei Tagesausflüge mit interessierten Tischgästen. Für sie ist

das wie „ein Tag Urlaub“.

 

Am Heiligen Abend und an Sylvester nimmt die Stadtmission eine langjährige Tradition auf und

lädt stellvertretend für alle Kirchengemeinden dazu ein, den Abend gemeinsam zu verbringen.

 

2012

 

Anlässlich des 20jährigen Bestehens lädt die Ökumenische Initiative ein zu einem Danke-Schön-

Abend (in St. Peter) und zu einem Vortrags- und Ausspracheabend mit Franz Segbers (Thema:

„Armut ist kein Schicksal, sondern von Menschen gemacht. Die Aufgabe der christlichen

Gemeinde“) (im Bücherturm).

 

2013                

 

Im Zuge der 20. Aktion lädt die Markusgemeinde zum 1. Mal zu „Essen und Wärme für Bedürftige“

in ihre Gemeinderäume ein. Die Zahl der älteren Frauen und alleinstehenden Frauen nimmt zu.

 

Zum 1. Mal übernimmt „Essen und Wärme“ das Catering beim Mainuferlauf des Offenbacher Leichtathletikclubs.

 

2014

 

Kooperation mit Jugendlichenprogramm SofortAktiv.

 

Wir haben eine eigene Hompage und eine Seite bei Facebook und Betterplace.

 

2015

 

Bei Ideenmesse der EKHN in Gießen gibt es viel Interesse für unseren Stand.

 

2016

 

Ahmadiyya Gemeinde fragt an, ob sie sich bei E+W beteiligen kann und wird vom Plenum in den Kreis der einladenden Gemeinden aufgenommen.

 

Beim Caritastag in Mainz erhält die Ökumenische Initiative den Ketteler-Preis der  W.E.v.Ketteler-Stiftung.

 

November bis März: Kooperation mit der Offenbacher Flüchtlingshilfe zur Versorgung von Flüchtlingen im Bamf.

 

2017

 

Die Ökumenische Initiative erhält einen Preis für besonderes soziales Engagement der Ahmadiyya-Gemeinde; sie gewinnt bei startsocial e.V. ein 4-monatiges Beratungs-Stipendium.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spendenkonto

"Essen und Wärme für Bedürftige":

 

Städtische Sparkasse OF 


IBAN:  DE 64 5055 0020

            0000 1488 65
BIC:    HELADEF10FF